Presseschnitte

26. Juli 2005

Die Zürcher kickten zu päpstlich – 1:5-Niederlage

Kein Glück für den SV Vollmond im Vatikan: Die Zürcher Alternativfussballer unterlagen der Nationalmannschaft des Vatikans in einem Freundschaftsspiel mit 1:5.

Die Partie gegen den Vatikan ist vorbei: Der SV Vollmond relaxt vor dem Petersdom.

«Die anderen waren in Gottes Namen jünger, kompakter und schneller», erklärt Vollmond-Präsident Giorgio Keller. Die Zürcher spielten wohl einfach zu päpstlich in ihren speziellen «Ratzinger 16»-Leibchen.

Die Freude überwiegt dennoch: «Die direkte Sicht vom Spielfeld auf den Petersdom war sensationell.»

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Vatikan segenreich gegen SV Vollmond

Vatikan – SV Vollmond 5:1 (2:1)

Die Bilanz des SV Vollmond nach fünf internationalen Begegnungen ist noch nicht berauschend: Vier Niederlagen, ein Unentschieden. Das Gute: Es kann besser werden.

von Serge Rossinski, Quartierecho 18.8.05

Die Gegnerschaft des SV Vollmond von der Vollmond-Taverne an der Zentralstrasse ist prominent besetzt: Der erste Gegner vor zwei Jahren war der FC Eurocommission aus Brüssel. Aus dem 3:3 resultiert der einzige Punkt in der noch jungen Bilanz. Danach spielte das Team zweimal gegen Montserrat (Karibik), die schlechteste Nationalmannschaft in der FIFA-Rangliste. Trotzdem setzte es mit 1:2 und 1:6 zwei Niederlagen ab. Diesen Sommer ging die Reise nach Italien. Gerano heisst das kleine Dorf in der Provinz Rom. Andrea Eumeni, Bürgermeister von Gerano, wollte zur Feier des 1000-jährigen Bestehens von Gerano ein denkwürdiges Fussballspiel der Heimmannschaft austragen lassen – gegen den SV Vollmond. Natürlich nahm die Mannschaft die ehrenvolle Einladung dankend an. Umso mehr, als zwei Tage später auch das Nationalteam des Vatikans gegen den SV Vollmond antreten wollte. Das Spiel gegen die AS Gerano verlief ganz im Sinn des Bürgermeisters: 6:3 gewann das Heimteam, ein verheissungsvoller Start in das zweite Jahrtausend des Dorfes. Das war nicht zwingend die moralisch beste Voraussetzung für das Spiel gegen den Vatikan. Auch die taktische Finesse verfing nicht: Der SV Vollmond hat speziell für dieses Spiel 15 Leibchen mit der Rückenaufschrift «Ratzinger 16» drucken lassen. Damit wollte man die Gunst der Situation vor allem bei Eckbällen nutzen, wenn der Torwart mit «Deck den 16er!» für Verwirrung sorgen würde. Bloss: Es kam alles anders. Erstens war die Mannschaft mit 17 statt 15 Spielern unterwegs und hatte damit zu wenig Leibchen verfügbar. Und zweitens waren die erhofften Eckballgelegenheiten derart rar, dass der Leibchen-Joker ohnehin nicht gestochen hätte.

Alles keine «älteren Herren»

Die Nationalmannschaft war schlicht zu gut. Noch müde von der Begegnung gegen Gerano, fand der SV Vollmond nur langsam ins Spiel. Einiges schneller war Vatikan, hiess es doch bereits nach 15 Minuten 2:0. Die Jungs waren alle nicht die angekündigten «älteren Herren», sondern eine spritzig aufspielende Mannschaft. Dennoch kam kurz vor der Pause nochmals Hoffnung auf, als der SV Vollmond einen Foulpenalty verwandelte (ja, auch die Spieler des Vatikans können foulen). In der zweiten Halbzeit war nichts mehr zu machen. Der Vatikan legte noch drei Tore nach zum Schlussresultat von 5:1.

Als Gastgeschenk überreichte Giorgio Keller, Präsident und Captain des SV Vollmond, eines der berüchtigten «Ratzinger 16»-Leibchen. Ob denn der Papst ein solches Geschenk goutieren würde, wollte Keller vom Teamchef des Vatikans wissen. «Der Papst ist Bayer, er versteht Spass», war die beruhigende Antwort. Aber auch der Vatikan hatte ein Geschenk bereit: Der SV Vollmond ist mit 17 Rosenkränzen heimgereist. Sr

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20. Juli 2005

SV Vollmond spielt gegen die Vatikan-Nati

Die Spieler des SV Vollmond aus Zürich treten am Montag in einem Freundschaftsspiel gegen die Nationalmannschaft des Vatikans, die «Rappresentativa Vaticana», an.

Die Kicker des SV Vollmond im «Ratzi-Look».

Als Gag tragen die Zürcher Alternativfussballer alle dieselbe Nummer auf ihrem Rücken: «Ratzinger 16». «Ein bisschen päpstlich müssen wir schon auftreten», freut sich Vollmond-Präsident Giorgio Keller.

Die Delegation reist morgen mit 17 Spielern und 7 Begleitern in den Vatikan. Die gegnerische Nationalmannschaft formiert sich aus den besten Spielern aller 20 Teams im Vatikan. «Darunter sind auch Schweizer Gardisten, päpstliche Räte und Museumswächter», so Keller.

Und wer hat die besseren Chancen? «Die Gegner haben einen ‹Mann› mehr – den päpstlichen Segen», scherzt Keller. Ob Papst Benedikt XVI., bürgerlich Joseph Ratzinger, als Zuschauer aufkreuzen wird, ist noch offen.

(san)