Fussball im Vatikan

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Roma, XVIII.XII.MMVI - Vatican goes Serie A and try International!

Die Pressegenturen haben es gemeldet, bzw. sie haben die Worte von Cardinal Bertone, rechte Hand des Papstes, übernommen. Der Cardinale, deklarierter Juventus-Fan, der in seiner Missionszeit in Genua auch für Lokalradios die Spiele von Genua und Sampdoria live reportierte, liess kurz vor Heiligabend verlauten, dass er es sich gut vorstellen könne, einen FC Vatikan in der italienischen Serie A spielen zu sehen.

Wir vom 1. FC Ratzinger 16 analysieren ganz klar, dass dies einerseits - buchstäblich - eine mediatische Geschichte ist. Doch rein theoretisch und reglementarisch ist das andererseits machbar, bis auf ein paar kleine Paragraphen hin.

Der FC Vatikan kann sich der FIGC (ital. Fussballverband) anmelden und - sofern aufgenommen - von ganz unten beginnen (Terza Categoria, was in der Schweiz als tiefstgelegene Meisterschaft der 5. Liga entspricht), bis er mal ganz oben ist. Siehe FC Vaduz und Liechtenstein. Das ist naheliegend.

Die FIGC wird sich jedoch vorsorglich bei der Uefa absichern, dass ihnen der FC Vatikan einen allfälligen UEFA-Cup-Platz wegnimmt, sollter er sich später mal vorne in der Serie A klassieren. Das fand auch zwischen Bern und Vaduz statt, als es darum ging, der FC Vaduz würde in die Schweizer Nationalliga, tschuldigung, Swiss Football League aufsteigen. Bekanntlich spielt der Pokalsieger Liechtensteins im Uefa-Cup mit, nachdem keine eigene Meisterschaft stattfinden und ihre 7 Vereine in der Schweiz Gastrecht finden. Interessant in diesem Zuammenhang ist beispielsweise, dass der Pokalsieger aus dem Land des 158. der FIFA-Rangliste, Liechtenstein, dem UEFA-Cup teilnimmt, ebensowie der 194., San Marino. Von San Marino bis zum FIFA-Ranglistenende sind noch gerade 9 Nationen zu finden. Die beste Mannschaft aus der Siebzenhtbeste Fussballnation der Welt, der Schweiz - namentlich der FC Zürich - darf hingegen dem UEFA-Köpp icht teilnehmen.

Zurück zum Thema. Der FC Vatikan kann sich natürlich einem Cup beteiligen, ausgeschrieben vom Fsusballverband des Vatikans. Den gibt es aber noch nicht. Müssen wir ihn noch gründen.

Die wahrscheinlichkeit also, dass - beispielsweise - ein Pokalsieger aus der Schweiz, nennen wir ihn FC St. Gallen, gegen den Pokalsieger des Vatikans, in Vaduz spielt, ist gegeben. Vaduz? Ja nun, der Espenmoos ist Olmabratwursttauglich, nicht aber als Uefastadion gesegnet. So Gott will, steht ja in ein paar Jahren eines neues Stadion an den Toren St. Gallens.

Beinahe haben wir uns im Fussballlabyrinth verlaufen. Über die Tatsache, dass ein FC Vatikan in der Serie A spielen kann, sind wir soweit klar gekommen.

Der Wirbel um Bertonis Aussagen haben prompt den Wind derart hochkommen lassen, dass alle Cornerfähnli im Stadion davon flogen. In Italien, das nicht Vatikan ist, ergibt eins und eins oftmals drei oder vier. Der nächste Titel nach der ersten Medienwelle wegen Bertoni kam gleich. Trappattoni allenatore della Nazionale di calcio del Vaticano - aha, der Trappa Toni solls richten.

Doch einer hochgejubelte Verpflichtung von Trappa Toni kam leider noch eine Unterjubelung vor, indem man dem smarten Italiener unterjubelte, er würde sich in Transferpolitik einmischen und glei sei Lieblings-Toamoo aus Bayern-Mönchen-Zeiten untam St. Peters Dom mitnehmen: Familienvater Vatti Kahn.

Das geht weniger schnell von dannen, als manche denken. Eine Nationalmannschaft Vatikans kann es de jure geben, aber de facto, mmh, fraglich. In einer Nationalmannschaft dürfen in einem offiziellen Spiel nur Bürger des Landes spielen. Bürger des Vatikans sind der Papst, Kardinäle und Prelate sowie - während ihrer Ausbildung - die Schweizer Gardisten. Nach Beendigung der Rekrutenschule werden die Gardisten wieder Schweizer. Fertig luschtig also.

Rein theoretisch dürfen also das - nennen wir es so - obere Kader des Vatikans und die Schweizer Gardistenaspiranten für den Heiligen Schul gegen die Schweiz tschutten. Vorausgesetzt, dass Vatikan ein eigener Fussballverband hat, dass dieser Mitglieder der Uefa, dass dieser auch Mitglied der FIFA ist, dass er sich für eine EM- oder WM-Qualifikation gemeldet hat, dass er diese Anmeldung in der Frist bestätiogt hat und, dass er in die gleiche Qualifikationsgruppe wie die Schweiz ausgelost wurde und noch, dass dann diese für sich zu qualifizierende EM oder WM nicht in der Schweiz oder in Vatikan stattfinden würde, weil, und das isch eso, das Heimteam sich nicht zu qualifizieren braucht. Dass man dass so oft hintereinander in einem Satz schreibt, dass es einel fast trümmelig wird, das kommt selten vor.

Und, dass die für den Vatikan spielende Schweizer Gardistenaspiranten nicht vorher schon für die Schweiz spielten. Das geht nicht. Werden wir konkreter. Das internationale FIFA-Reglement verbietet einem - sagen wir ihm Johan Vogel - ab dem 21. Lebensjahr für zwei verschiedene Nationalteams zu spielen. Unser Fussballmissionär betet ja schon um den Stammplatz bei, sorry, Betis.

Ist alles gesagt? Schon fast. Zusammenfassung. Der FC Vaticano könnte in der Serie A spielen. Die Nationalmannschaft gibts eher nicht. Grund: insufficienza di selezionabili.

Die Nationalmannschaft gibts nicht? Sicher gibts die. Die fortschrittliche SV Vollmond Selection of Switzerland - Ableger des SV Vollmond '02 eV in Zürich - spielte 2005 gegen die Nazionale del Vaticano in Rom auf dem Campo Cardinale Spellmann und verlor 1:5. Dabei besorgte sie Ratzingers Selection den höchsten Sieg der Geschichte. Stolz war man wegen der Niederlage nicht, doch Freunde hatte die Begegnung den Buben aus der Zwinglistadt Zürich gemacht. Das Bildband vom Spiel ist unter www.svvollmond.ch, Gallery, Vatikan zu finden.

Aus den Reihen des SV Vollmond kam auch die Gründung des 1. FC Ratzinger 16 von 2005 eV, von denen Du die Homepage glei am Lesen bist. Die Tenüs mit Ratzinger 16 machten Furore in der Lokalpresse. Anlässlich des Spiels im Vatikan, übergab SV-Vollmond-Selection-of-Switzerland-Captain dem gegnerischen Captains ein Original-Tenü für Papst Benedikt der 16, alias Josef Ratzinger, eben, Ratzinger 16.

Was ist die Moral der Geschicht? Dass sowohl uns des 1. FC Ratzinger 16 als auch die vom SV Vollmond in Zürich in Sachen Fussball und Vatikan nicht so schnell etwas erschüttert oder ein klein wenig aus der Ruhe bringt. Waren wir dem schon alles voraus.

Giorgio Keller

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Kipa - Katholische Internationale Presseagentur 

Zürcher Fussballclub verliert gegen den Vatikan
Rom, 28.7.05 (Kipa) Mit 1:5 verlor die Freizeit-Fussballmannschaft SV Vollmond
aus Zürich am Dienstag gegen die Nationalmannschaft des Vatikan. Das Spiel fand
nur wenige Meter vom Petersdom entfernt auf dem Campo Sportive dell'Oratorio di San Pietro.
Meldung vom 28.07.2005

Der Einmarsch der Akteure, links der SV Vollmond.

Gemeinsames Bild mit SV Vollmond Zürich und Vatikans Nationalteam (gelbweiss).

Vatikans Teamchef Sergio Valci (li.) übernimmt von SV-Vollmond-Catptain Giorgio Keller das spezielle Geschenk für Papst Benedikt 16.

1:5 Geschlagen sind sie geworden, die vom SV Vollmond aus Zürich, doch den Freundschaftspokal erhielten sie trotzdem.

Geschlagen aber zufrieden - der SV Vollmond nach dem Spiel vor dem Petersdom.